Der amerikanische Präsident Barack Obama hat ja angekündigt, nun mit der Reglementierung bzw. Zügelung des amerikanischen Bankwesens ernst zu machen.
Wie ernst er das – im Gegensatz zu den zumeist eher halbherzigen Ankündigungen anderer Politiker aus aller Welt – zu meinen scheint, ist diesem Zitat (hier der komplette Text) zu entnehmen:
My message to members of Congress of both parties is that we have to get this done. And my message to leaders of the financial industry is to work with us, and not against us, on needed reforms. I welcome constructive input from folks in the financial sector. But what we’ve seen so far, in recent weeks, is an army of industry lobbyists from Wall Street descending on Capitol Hill to try and block basic and common-sense rules of the road that would protect our economy and the American people.
So if these folks want a fight, it’s a fight I’m ready to have. And my resolve is only strengthened when I see a return to old practices at some of the very firms fighting reform; and when I see soaring profits and obscene bonuses at some of the very firms claiming that they can’t lend more to small business, they can’t keep credit card rates low, they can’t pay a fee to refund taxpayers for the bailout without passing on the cost to shareholders or customers — that’s the claims they’re making. It’s exactly this kind of irresponsibility that makes clear reform is necessary.
Das nenne ich mal klare Worte. Ich bin mir allerdings nicht so recht im klaren darüber, warum die Wirkung bisher so gering ausfiel: Ja, alle Bankaktien (natürlich besonders die amerikanischen) sind unter Druck geraten, aber der Kurssturz hätte nach der Kampfansage auch heftiger sein können. Es bleibt abzuwarten, wie sich das in der kommenden Woche entwickelt.
Auch das Fazit sollten die Banken bei ihrem Risikomanagement ernst nehmen:
Never Again Will the American Taxpayer be Held Hostage by a Bank that is ‘Too Big to Fail’
Es ist schon lustig an der Börse (zumindest wenn man nur mit einer kleinen Menge an “Spielgeld” operiert und nicht gerade mit seiner kompletten Altersvorsorge zockt, was ja bekanntlich ganz und gar nicht zu empfehlen ist):
Das Blog läuft erst seit kurzer Zeit und in den wenigen Wochen hatte ich eine prozentuale Wertentwicklung des Depots zwischen 7,47 % und 12,14 % ausgewiesen. Ich meine an einem Tag auch mal knapp 14% im Depot gesehen zu haben, was auch den besten Tag markierte. Der letzte Freitag war mein persönlicher “schwarzer Freitag”, wenn man das so nennen will – nur 3,41% Rendite – allerdings in knapp 3 Wochen, wohlgemerkt und trotz einer extrem schlechten Entwicklung in der vergangenen Woche (Barack Obama hatte ja mit seiner Androhung, den Banken nun sehr enge Fesseln anlegen zu wollen, für einen intensiven Kursrutsch gesorgt).
Das alles macht mich aber überhaupt nicht unruhig, da ich ohnehin nicht vorhatte, die Aktien in naher Zukunft zu verkaufen (ich möchte mir gerne die sog. “Spekulationssteuer” sparen, weshalb ich die Aktien mind. 1 Jahr halten muss). Nicht zuletzt macht das Depot ja langfristig auch nur dann wirklich Spass & Sinn, wenn es sich dauerhaft entwickelt: Gewinne also nicht entziehen, sondern erneut investieren muss daher die Devise sein.
Insofern (und aufgrund meiner Maxime, nur sehr schlecht bewertete Papiere zu kaufen) sind die aktuellen Kursrutsche nicht dramatisch, sondern erfreulich.
Ich werde Montag und Dienstag mal noch die Kursentwicklung beobachten und dann entscheiden, welches Papier noch ins Portfolio kommen soll – im Moment sollen Bankaktien ja günstig zu haben zu sein
Gibt es eigentlich einen speziellen Fonds, der nur in Bankaktien investiert?
Update:
Zum Thema Bankaktien habe ich gerade noch diesen Artikel bei FTD.de gelesen, der mit einigen hierzu interessanten Prognosen und Einschätzungen aufwartet:
Bank-Aktien würden ihre Talfahrt fortsetzen, sagt Richard Sparks, Analyst bei Schaeffers Investment Research. Das gilt nach Ansicht der meisten Bank-Experten unabhängig davon, ob die Reform tatsächlich so scharf ausfällt, wie Obama es will. “Gerade die Kurse von Investmentbanken wie JP Morgan und Goldman Sachs werden noch weiter leiden”, sagt Sparks.
Mich freute dann besonders der kommende Absatz (ich hatte gerade vor 2-3 Wochen in Citigroup investiert):
Banken, die stärker im Privatkundengeschäft engagiert sind, dürften weniger verlieren. Das sei schon vergangene Woche zu beobachten gewesen: “Citigroup und Bank of America verbuchten geringere Kursverluste.”