Der EURO, die Spekulanten und das Aufbegehren der Politik
EU beschließt Multi-Milliarden-Stütze für den Euro
- so titelt Spiegel Online heute und veröffentlicht im Artikel weiter:
Die EU hat sich auf ein beispielloses Rettungspaket geeinigt: Ein bis zu 750 Milliarden Euro schwerer Fonds für Euro-Wackelkandidaten soll Spekulanten abschrecken und die Währung schützen. Die Finanzminister beschlossen das Paket in einer dramatischen Nachtsitzung, die Börse Tokio reagiert positiv.
Der Ansatz ist gut, da die Politik hiermit ihren unbedingten Willen kundtut, den Euro um jeden Preis verteidigen zu wollen.
Stellt sich nur die Frage, wie hoch dieser Preis sein wird und ob die Euro-Länder (allen voran, klar, Deutschland…) diesen wirklich zahlen können.
Oftmals habe ich bei Interventionsversuchen der Politik den Eindruck einer – in Analogie zum Terrorvokabular – asymetrischen Auseinandersetzung: Auf der einen Seite die ausgebufften Profis der Geldanlage, die mit Wetten auf Ereignis X einen großen Hebel in der Hand halten – und auf der anderen Seite ehemalige Lehrer, Anwälte etc., die im Politikeramt versuchen, den Zockern Einhalt zu gebieten.
Hmm. Je länger ich darüber nachdenke, wer sich da gegen wen stemmt, umso weniger optimistisch bin ich
Spass beiseite: Eigentlich müsste die Politik vielleicht mal die ihnen nicht genehmen Instrumente des Kapitalmarkts verbieten, um solche Wetten auf den Absturz des Euros zu verhindern. Nun gut, betrachten wir aber heute erstmal das, was es aktuell geben soll – nämlich einen riesigen Hilfsfonds für den Euro.
Das kann schlecht nicht sein für den Euro, das kann schlecht nicht sein für die Banken (die ja wegen der Griechenland Krise immens unter Druck geraten waren). Also, was tut man?
Ich für meinen Teil habe heute vormittag mein unter Druck geratenes Paket Commerzbank Aktien leicht aufgestockt (aber, nicht vergessen: Stets nur mit Spielgeld operieren, siehe Anlagestrategie!).
So ist durch den Cost-Average-Effekt schonmal der Durchschnittspreis meiner Commerzbank Aktien leicht gesenkt worden, ferner ist der aktuelle Kurs (5,706 EUR) eh ein guter Zeitpunkt zum Einstieg.
Viel Spass in dieser turbulenten Börsenwoche!
2 Kommentare zu “Der EURO, die Spekulanten und das Aufbegehren der Politik”
Geschrieben von Wolfgang Molzahn am 10. Mai 2010 | Kommentar
Optimismus ist an dieser Stelle wirklich schwer! Die einen handeln nach dem Grundsatz “Nach mir die Sintflut!”, die anderen wollen retten, wenn es noch was zu retten gibt. Erstere nennen Sie “die ausgebufften Profis der Geldanlage” – letztere sind “die Einhalt gebietenden Politiker und …”.
Da wir schon bei der Sintflut waren, können wie auch noch eine andere biblische Geschichte erwähnen, nämlich Goliath und David. In unserem Falle wären die “Profis” Goliath und die “Politiker” David.
Hoffen wir, dass die derzeitige Geschichte genauso ausgeht wie damals!
Geschrieben von Laura am 17. Okt 2010 | Kommentar
Man müsste solche Hebelgeschäfte auf Leitwährungen grundsätzlich verbieten. So etwas darf es doch eigentlich gar nicht geben, dass man auf die Pleite eines Staates Wetten abschließen kann.